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Der Säure-Basen-Haushalt

„Sauer macht nicht lustig“
Informationen zum Säure-Basen-Haushalt

Info-Blatt zur Übersäuerung bei Sportlern

Oft hört man, dass heutzutage viele Menschen an einer Übersäuerung des Stoffwechsels (sog. chronische Azidose) leiden sollen. Diese Übersäuerung entstehe durch eine einseitige und unausgewogene Ernährung. Was steckt dahinter?
Insbesondere durch den Verzehr von großen Mengen Fleisch, Wurst (tierisches Eiweiß) werden in unserem Körper viele Säuren gebildet. Als stark säurebildend gelten Lebensmittel wie z.B. Wurst, Käse und Süßes, schwach säurebildend sind Lebensmittel wie Nudeln, Nüsse, Milch und Milchprodukte sowie Brot (je nach Qualität).

•    Säureüberlastung - Was ist damit gemeint?

Die übermäßige Eiweißzufuhr muss durch eine entsprechende Menge an Obst und Gemüse ausgeglichen werden, damit das Verhältnis von Säuren zu Basen wieder stimmt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt hier 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag. Die Realität sieht jedoch anders aus: Wir essen viel zu wenig Obst und Gemüse und zuviel eiweißhaltige Nahrungsmittel und werden sauer, weil die Balance zwischen Säuren und Basen nicht stimmt.
Unser Organismus (z.B. das Enzymsystem) kann nur optimal funktionieren, wenn der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen ist. Er ist also die Voraussetzung für alle Lebensfunktionen! Die Folgen eines unausgeglichenen Säure-Basen-Verhältnis können Müdigkeit, depressive Verstimmung oder Kopfschmerzen sein, aber auch Erkrankungen wie Osteoporose, Durchblutungsstörungen, Cellulite, Verspannungen und Infektanfälligkeit.

Unser körpereigenes Puffersystem kann gewisse Mengen an Säuren neutralisieren und über die Ausscheidungsorgane Lunge, Nieren, Leber und Haut ausscheiden. Bei starker Säurebelastung über eine längere Zeit, kann jedoch das körpereigene Puffersystem überfordert sein.
Die Säuren werden zunächst im Bindegewebe (Gewebe zwischen den Zellen des Körpers) „geparkt“ und werden erst wieder herausgelöst, wenn das Blut über ausreichend basische Mineralsalze verfügt. Bei einem länger anhaltenden Mangel an basischen Mineralsalzen und einer gleichzeitig weiter bestehenden Säurebelastung werden aus diesen Zwischenlagern jedoch Endlager. Das kann zu Schmerzen, Bewegungs- und Funktionseinschränkungen einzelner Zellen oder gar ganzer Gewebe führen.

Bei diesen Prozessen greift der Körper verstärkt auf seine eigenen Mineralstoffdepots zurück und holt sich zum Beispiel das Mineralsalz Kalziumphosphat aus den Knochen. Dadurch erhöht sich laut wissenschaftlicher Studien das Osteoporose-Risiko.
Basische Mineralien, wie Kalium, Magnesium und Natrium spielen hier eine bedeutende Rolle und können helfen, das Gleichgewicht von Säuren zu Basen zu verbessern.


•    Säureüberlastung - Wodurch kann Sie entstehen?

Die Säureüberlastung um die es hier geht, entsteht nicht plötzlich. Es handelt sich um einen schleichenden – manchmal über Jahre andauernden Prozess. Ernährungsgewohnheiten, die aus mehr als 25% säurebildenden Nahrungsmitteln (Fleisch, Fisch, Käse, Wurst etc.) bestehen, sind bei den meisten Menschen der Industrienationen leider weit verbreitet. Damit wird eine Säurebelastung ebenso wie ein Mineralstoffmangel des Organismus begünstigt.
Der Fleischkonsum ist zu hoch. Anders ausgedrückt: Der Obst und Gemüsekonsum ist viel zu niedrig. Ein Teufelskreis beginnt: Anfallende Säuren müssen durch basische Mineralsalze neutralisiert werden. Mineralsalze fehlen, der Organismus übersäuert. Auf der Suche nach Entstehungsursachen einer Säureüberlastung muss man neben der Ernährung auch die Atmung sowie die Ausscheidung betrachten:

• Mangelnde Bewegung an der frischen Luft behindert die optimale Versorgung mit Sauerstoff.
• Fehlende körperliche Anstrengung an der frischen Luft verhindert das verstärkte Abatmen von Säuren und die verstärkte Säure-Ausscheidung über den Schweiß.
• Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr behindert eine optimale Ausscheidung über Niere aber auch über die Haut (Schwitzen).
• Eine gestörte Darmfunktion bzw. Darmflora beeinflusst ebenfalls den Säure-Basen-Haushalt. Eventuell vorkommende Fäulnisprodukte können z. B. ebenfalls säuernd auf den Organismus wirken.

•    Säureüberlastung - Das können Sie tun:

Ernährungsumstellung: Die basenbildenden Lebensmittel kommen aus dem Bereich der pflanzlichen Kost. Hierzu gehören Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kohl, Salat, Kräuter (auch Kräutertees). Zu den säurebildenden Lebensmitteln gehören Fleisch, Fisch, Wurst, Käse, Quark, Getreideprodukte und Süßigkeiten. Eine Liste von Nahrungsmitteln, sortiert nach ihrer Säurebelastung erhalten Sie in der Ernährungsberatung.
Die Nahrungsmitteltabelle spiegelt nur die primären Effekte auf den Säure-Basen-Haushalt wieder. Das heißt, es werden nur die Einflüsse beachtet, die das Nahrungsmittel aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung auf unseren Organismus ausübt.

Bei manchen Nahrungsmitteln, insbesondere bei Genussmitteln, kommen jedoch auch andere Wirkungen hinzu, die individuell unterschiedlich sein können und auch von der Menge abhängen. So gehört Kaffee aufgrund seines hohen Kalium-Gehaltes in der Tabelle zu den Basenspendern. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich Kaffeegenuss säuernd auf den Urin auswirkt. Ursache dafür könnte sein, dass Kaffee – zumindest in größeren Mengen – eine Art Stressreaktion bewirkt, die zu einer Säurebelastung führen kann.

Ebenso widersprüchlich scheinen die Angaben für Zucker, Marmelade und Honig. Primär führen diese Nahrungsmittel nicht zu einer Säurebelastung. Ein Zuviel der Süßigkeiten kann jedoch die Darmflora negativ beeinflussen, was sekundär wieder zu einer Säurebelastung beitragen kann.
Auf die Lebensmittel der säurebildenden Gruppe (z.B. fettarmes Eiweiß) sollte man auf keinen Fall komplett verzichten. Mit ihnen werden auch wertvolle Vitamine, Mineralien und Eiweiße aufgenommen, ohne die der Organismus auch nicht auskommen kann. Wie bei vielem gilt auch hier: Auf die Balance kommt es an.
Ein Beispiel: um einen Säureüberschuss, der aus 200 g Rindfleisch entsteht, zu kompensieren ist der Verzehr von ca. 250 g Kohlrabi, 1,6 kg frische Erbsen oder 400 g Blumenkohl nötig.

Viel Trinken: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Aber Achtung: Hier geht es um sogenannte Neutralflüssigkeiten also nicht um Kaffee, Schwarztee oder Alkohol, sondern um Wasser oder Kräutertee.
Bewegung: Bewegen Sie sich vernünftig. Ein Spaziergang im Wald oder ein kleines Stück mit dem Fahrrad statt mit dem Auto optimiert nicht nur die Aufnahme von Sauerstoff sondern fördert auch die Abatmung von Kohlensäure in Form von Kohlendioxid.
Stress vermeiden: Vermeiden Sie Stress, so gut es geht. Ärgern Sie sich nicht so häufig (nicht so oft „sauer“ sein). Denken Sie statt dessen lieber positiv und lächeln Sie häufiger.
Säureausscheidung anregen: Unterstützen Sie die Säureausscheidung über die Haut z. B. durch regelmäßige körperliche Anstrengung, Saunabesuche und Mineralbäder. Vermeiden Sie auch hierbei Stress (nicht zu intensiv bzw. heiß und nicht zu lange).
Nutzen Sie ggf. spezielle Nahrungsergänzung zur Unterstützung des Säure-Basen-Haushaltes: Fragen Sie Ihren Arzt und Ernährungsberater

 

Unsere Empfehlung: Machen Sie den Säure-Basen-Check

 

  • Die Säure-Basen-Messung mit der Methode nach Sander im Spezial-Labor kostet ca. € 60.-
  • Ablauf: Sie erhalten 5 Proben-Röhrchen, Anleitung und Versandtüte
  • Die Urin-Proben schicken Sie mit der Post von zu Hause direkt zum Labor. Dort wird neben den pH-Werten auch die Pufferkapazität des Urins bestimmt.
  • Wichtig: Die Selbstmessung mit pH-Teststreifen (Indikatorpapier) ist nicht sinnvoll, da nur die freien Wasserstoffionen, nicht jedoch die anteilsmäßig deutlich stärker ins Gewicht fallenden Ammoniumionen erfasst werden.

  • Ca. 1 Woche später erfolgt die Auswertung beim Arzt und Sie erhalten Ihren persönlichen Vitalplan.
  • Weitere Informationen erhalten Sie in der Ernährungsberatung und in den regelmäßig stattfindenden Vorträgen.

  • Zum Weiterlesen: Säure-Basen-Forum im Internet / www.saeure-basen-forum.de